■ 27. Okt. – 11. Nov. 2017
12. SPIELART 2017

www.spielart.org

Vom 27. Oktober bis 11. November 2017 wird München zum zwölften Mal Schauplatz des internationalen Theaterfestivals SPIELART. Das Festival findet seit 1995 alle zwei Jahre in München statt und steht für ungewöhnliche, zeitgenössische Theaterkunst. Seit 1979 engagiert sich die BMW Group in Zusammenarbeit mit der Stadt München für den Spielmotor e.V., eine der ältesten Public Private Partnerships in Deutschland. Die Zusammenarbeit ist damit ein Projekt der ersten Stunde und ermöglicht unter anderem die Umsetzung dieses Festivals.

Unter der künstlerischen Leitung von Sophie Becker und Tilmann Broszat geht es bei dem diesjährigen Programm um zwei sehr unterschiedliche Regionen verschiedenen Zuschnitts: Süd- und Ostasien sowie Südafrika. Es geht der Leitung dabei um eine Auseinandersetzung mit Geschichte und Traditionen. Sie sehen es nicht als Mittel der Selbstvergewisserung, sondern möchten verstehen, wie die historischen Narrationen entstanden sind.

Hansol Yoon thematisiert den hierzulande weiterhin fast unbekannten Koreakrieg, Ho Tzu Nyen hinterfragt die „Gründung“ Singapurs und Sethembile Msezane beschäftigt sich mit der 1955 verfassten Freedom Charter, einem der wichtigsten Dokumente der Anti-Apartheid-Bewegung. Mark Teh aus Kuala Lumpur macht den 1991 von der Malaysischen Regierung erstmals vorgestellten Entwicklungsplan für einen hochindustrialisierten autarken Nationalstaat zum Thema. Andere Künstler dagegen – Hasan und Husain Essop, Sankar Venkateswaran, Sethembile Msezanes in ihrer zweiten bei SPIELART gezeigten Arbeit EXCERPTS FROM THE PAST – greifen auf präkoloniale und indigene Traditionen zurück, um sie gegen die westliche Hegemonie in Stellung zu bringen. Gleichzeitig zeigen aber Arbeiten wie Neo Muyangas TSOHLE – A REVOLTING MASS, anhand des Liedguts europäischer Missionare und der Revolutionssongs des ANC, dass die Grenze zwischen „denen“ und „uns“ oft gar nicht zu ziehen ist. In DE-APART-HATE kritisiert Mamela Nyamza die ambivalente Rolle der christlichen Kirche. Eisa Jocson und Jaha Koo beschäftigen sich mit der kulturellen Dominanz der USA in ihren Heimatländern Philippinen bzw. Südkorea. Rima Najdi (THINK MUCH. CRY MUCH), Suli Kurban, Alejandro Ahmed, José Fernando de Azevedo (WHISPERING BODIES), Silke Huysmans/Hannes Deheere (MINING STORIES) und Meghna Singh (RUSTING DIAMOND/ARRESTED MOTION) thematisieren in unterschiedlichen Formaten – von partizipativen Choreografien über Audiowalk und Installation bis hin zu Bühnenarbeiten – globale Verstrickungen, Migration und Flucht.

Kartenverkauf ab September 2017 über München Ticket: Tel: +49 89 54818181 oder im Internet unter: www.muenchenticket.de

Auf dem Foto: Jaamil Olawale Kosoko: #negrophobia (© Dajana Lothert)

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